Rundreise Kanada 20.06. - 19.07.2026

Vom Pazifik nach Toronto

Eine interaktive Karte der Fahrstrecke (zoom- und schiebbar mit klickbaren Details) findet man hier.

Eine interaktive Karte mit Fotos (zoom- und schiebbar mit klickbaren Details) findet man hier.


Einleitung

In der Vergangenheit haben wir intensiv den den kanadischen Osten mit den Provinzen Ontario, Quebec und New Brunswick bereist, in den Westen führten uns unsere Rundtouren maximal bis Kenora, kurz vor der Grenze nach Manitoba.

Diesmal sollte es anders werden.

Anreise

Mit dem Flurzeug ging es dieses Mal non-stop von Frankfurt nach Vancouver. Dort verbrachten wir zwei Nächte in einem AirBnB und erkundeten die Stadt, bevor wir am Montag Morgen das Wohnmobil am südlichen Stadtrand übernahmen.

Vancouver

Nach unserer Ankunft in Vancouver fuhren wir mit Bahn und Bus zunächst zu unserer Unterkunft, anschließend machten wir einen Spaziergang in der Wohngegend.

Am nächsten Tag (Sonntag) stand dann ein ausgiebiger Besuch der Stadt und Umgebung an, wir fuhren mit Bus und Bahn und Wasserbus zum Lynn Canyon nördlich von Vancouver. Dort unternahmen wir eine schöne kleine Wanderung, bevor wir in die Innenstadt fuhren und uns dort China-Town (sehr heruntergekommen mit vielen Drogenabhängigen) und schließlich den Stanley Park mit seinen Totempfählen und den Sea Wall ansahen. Weiter ging es in die nach Gastown mit seinen hübschen Lokalen und der Dampfuhr.

Am Montag Morgen begaben wir uns nach dem Frühstück mit dem Bus zur Vermietstation im Stadtteil Delta, wo wir um 11:00 Uhr das Wohnmobil übernehmen konnten. Nach Einkäufen von Lebensmitteln , Küchenutensilien und Werkzeugen (Axt, Wäscheleine, ?) konnten wir dann mit unserm Abenteuer beginnen.

Küstengebirge

Zunächst führte uns unsere Route in das Küstengebirge, hier besuchten wir beispielsweise den Ort Hope, wo seinerzeit der der erste Rambo-Film gedreht wurde. Hier haben wir bei einer kleinen Wanderung auch die Othello-Tunnel besichtigt, alte Eisenbahntunnel in einem engen Flusstal, die man nun zur Fuß durchwandern kann. Bei der Weiterfahrt nach Norden auf dem Trans-Canada-Highway mussten wir dann schon das erste Mal improvisieren, die Straße war hinter den Stromschnellen ?Hells Gate? wegen Waldbrand gesperrt. Wir mussten nach Hope zurück und insgesamt 300 km Umweg fahren. In Hells Gate haben wir übrigens nicht die Seilbahn runter zum Fraser River genommen, die war und mit 37,00 $ pro Person unangemessen teuer. Auch eine Wanderung runter zum Fluss wollten wir bei mehr als 30 °C nicht unternehmen, so blieb es bei ein paar Bildern vom Fraser, die wir vom Parkplatz aus machten.

Rocky Mountains

Wir setzten unsere Fahrt zügig zum Jasper Nationalpark fort. Hier unternahmen wir eine herrliche Wandertour am Maligne Lake. In Jasper gab es 2024 starke Waldbrände, so das dort große Waldflächen (und Teile des Orts Jasper) immer noch verbrannt sind. Im Park besuchten wir auch zahlreiche imposante Wasserfälle (Sunwapta Falls, Athabasca Falls) und mit dem Columbia Icefield ein großes Gletschergebiet. Hier unternahmen wir auch eine Wanderung im Schneeregen zum Fuß des Athabasca Gletscher (während es in Deutschland gleichzeitig über 40 °C hatte). Direkt südlich des Jasper Nationalparks schließt sich der Banff Nationalpark an, auch hier gibt es zahlreiche Wasserfälle zu sehen und wir unternahmen von Lake Moraine aus eine Wanderung im Hochgebirge zum Sentinal Pass. Dabei mussten wir auch Schneefelder queren, eine interessante Erfahrung.

Die Rocky Mountains waren sicher ein Höhepunkt der gesamten Reise.

Prärie

Nachdem wir den Banff Nationalpark im Südosten verlassen hatten ging die Landschaft in flache Prärie über. Wir durchfuhren Calgary und besuchten in Drumheller das Royal Tyrrell Museum mit den lokalen Dinosaurier-Funden. Anschließend verbrachten wir einen Tag im Dinosaur Provincial Park, wo in den Badlands (ausgewaschene Flussufer mit Steilwänden) die meisten Dinosaurierfossilien gefunden wurden. Eine Wanderung hier mussten wir abbrechen, der Boden war nach vorangegangenen Regenfällen extrem glitschig.

Insgesamt sind wir drei Tage lang durch die Prärie gefahren, bevor wir im östlichen Manitoba wieder im Waldland ankamen.

Hier hatten wir unser nächstes Abenteuer zu bestehen: Durch Starkregen war zunächst eine Brücke vor uns weggespült worden, dann stellte sich heraus, das nun auch die Straße hinter uns unterspült war und wir im Ort Gilbert Plains festsaßen. Über recht abenteuerliche Feldwege und unbefestigte Straßen konnten wir schließlich die fehlende Brücke umfahren und das Überschwemmungsgebiet verlassen. Auf einen Besuch des Riding Mountain Nationalparks haben wir dann wegen der beschädigten Infrastruktur verzichtet.

Ontario

In Ontario besuchten wir zunächst den Ort Kenora mit seinem kleinen, aber schönen Regionalmuseum. Im Ort fielen uns die zahlreichen Obdachlosen und Drogenabhängigen auf, das kannten wir bisher in Kanada nicht so (abgesehen von Vancouver). Nachdem wir das Thema bei Freunden und Familie angesprochen hatten, stellte sich heraus, dass es wohl in Kanada ein großes Problem gibt, bezahlbaren Wohnraum zu erhalten. Speziell in Kenora und den ländlichen Gebieten Ontarios kommt hinzu, das die indigene Bevölkerung wenig Zukunftsperspektiven hat und sich deswegen Alkohol und harten Drogen zuwendet, verbunden mit einer Zerrüttung der traditionellen Sozialstrukturen.

Am Lake Superior, dem nach Fläche größten Süßwassersee der Welt, trafen wir uns auch mit meiner Brieffreundin Kim, die wir wenn immer möglich, auf jedem unserer Besuche in Kanada treffen.

In Sault Ste. Marie wurden wir mit unserer nächsten Herausforderung konfrontiert: Einem Defekt am Wohnmobil. Die Handbremse ließ sich nicht vollständig lösen und lief heiß, wir verbrachten mehr als 24 Stunden auf einem Supermarktparkplatz, bevor das Problem durch einen Mechaniker behoben werden konnte.

Weiter ging es über Sudbury zur Georgian Bay, dem östlichen Teil des Lake Huron. Hier besuchten wir Kims Familie und verbrachten einen Tag am herrlichen Süßwasserstrand von Wasaga Beach. Am nächsten Tag gaben wir das Wohnmobil nördlich von Toronto zurück und wurden von meiner Tante und meinem Onkel abgeholt.

Bei der Familie

Die restlichen Tage unseres Urlaubs verbrachten wir bei meiner Familie in Kitchener und Umgebung, wir machten Ausflüge mit meinen Cousinen und Cousins und mit Onkel und Tante.

Auch ein Besuch der Niagarafälle durfte nicht fehlen, diesmal aber nicht die Fälle selbst (die haben wir schon häufig besucht), sondern ein Wanderweg in der Niagaraschlucht unterhalb der Wasserfälle. Dort ist es recht einsam und ruhig, verglichen mit dem Trubel direkt an den Fällen.

Anschließend traten Carola und ich die Heimreise von Toronto nach Frankfurt an, Maren verbrachte zunächst zwei weitere Wochen bei unserer Familie, bevor sie ihren Urlaub in den USA fortsetzte, aber das ist ihre Geschichte...

Kosten

Hier eine Übersicht der angefallenen Kosten:
Miete Wohnmobil 3915,45
Flüge 3759,85
Wohnmobil 1186,31
Lebensmittel 1114,31
Campingplätze 233,08
Eintritt, Öffis 250,14
Kommunikation 149,15
Campingartikel 186,89
Geschenke 179,92
Unterkunft Vancouver 312,59
Summe 11.287,69

Das Tanken des Wohnmobils ist trotz günstigerer Preise als in Deutschland ein großer Posten, da das Wohnmobil im Schnitt 20,3 l auf 100 km verbraucht hat. Deshalb, und wegen der dunklen Inneneinrichtung habe es liebevoll ?schwarzes Loch? genannt...

Schlusswort

Insgesamt eine tolle Tour, die uns durch großartige und beeindruckende Landschaften geführt hat. Das nächste Mal würden wir mehr Zeit in den Bergen einplanen und dafür auf die Durchquerung der Prärien und Westontarios verzichten. Dies könnte man erreichen, indem man die Tour in Vancouver startet, bis Calgary fährt und dann mit einem Inlandsflug nach Toronto zu Freunden und Verwandten reist.


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